Ich meine, dass wir zwei schon einmal dieses Thema hatten, muss wohl im Adventure-Topic gewesen sein. Mir ist klar, dass du aus der Branche kommst, und ich verstehe auch, dass nicht nur Gehälter und Equipment über die Zeit der Entwicklung Geld kosten, sondern auch das Marketing, und was sonst noch so alles dran hängen mag.
Und dass so ein Spiel nicht von heute auf morgen fertig ist, leuchtet mir auch ein. Dennoch, es gibt wirklich Multimillionen-Projekte auf dem Sektor Video- und Computerspiele, Echtzeit-Strategie und Rollenspiele von gigantischen Ausmaßen, die den Spieler mehrere Wochen unterhalten, welche größtenteils ebenso in der Preislage zwischen 40,- und 50,- EUR an den Markt gehen.
Entwickler machen sich Gedanken darüber, wie sie einem Spieler durch unterschiedliche Handlungsstränge, Endings, Mini-Games und Sidequests in dieser Art Spiele noch mehr Unterhaltung mit ein und demselben Spiel bieten können, und dort sehe ich meine Investition für ein Originalspiel einfach eher gerechtfertigt.
Es ist ja nicht so, dass der normale Mensch über unbegrenzte Geldmittel verfügt, und durch das jähe Spieleangebot muss man durchaus abwägen, welche Anschaffung sich lohnt, und welche nicht.
Hinzu kommt, dass bekanntermaßen Preise proportional zur Aktualität eines Titels sinken - und auch hier greift wieder das Prinzip der Abwägung und des reichhaltigen Spieleangebotes, welches es Spielern wie mir ermöglicht, einfach abwarten zu können, bis ein älteres, und dennoch gutes Spiel zu einem niedrigeren, für mein Verständnis dem Inhalt angemesseneren Preis angeboten wird.
Alternativ zu diesem Verhalten scheuen sich manch andere Konsumenten nicht, diese Spiele gebraucht zu erstehen (wovor ich selbst nicht unbedingt zurückschrecke), oder gar als Raubkopie zu erwerben (was mich selbst als reinen Konsumenten verärgert), wovon die Industrie letztendlich gar nichts hat.
Ich bin leider kein Ass in Sachen Marketing und BWL, aber ich für meinen Teil kann sicher sagen, dass ein Adventure mit so guten Bewertungen wie beispielsweise Tunguska zum Einstandspreis von 29,99 EUR schon eine wesentlich größere Versuchung für mich darstellen würde. Möglicherweise würde das sogar insgesamt auf größere Resonanz stoßen, und letztendlich ein besseres Einspielergebnis bringen, aber da wird der Hersteller sicher mehr wissen als ich, der Laie.
In einem Jahr sicher nicht mehr, da würde ich maximal 20,- EUR dafür bezahlen wollen, wissend, dass nicht allzu viel später irgendein Heft seine Verkaufszahlen ankurbelt, indem es dieses Spiel als Beilage anpreist.