Ich bin inzwischen durch und auch nach wie vor sehr begeistert von Assassins Creed Brotherhood. Das Setting ist nach wie vor sehr unverbraucht und in gewisser Hinsicht einzigartig, so dass es richtig Spaß macht sich durch das virtuelle Abbild einer längst vergangenen Dekade zu bewegen. Spielerisch hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger auf den ersten Blick nicht allzuviel verändert, das ganze wurde sinnvoll erweitert und bietet mehr als genug Möglichkeiten seine Zeit im Rom des 14. (?!) Jahrhunderts zu verbringen. Ettliche verschieden geartete Nebenquests, Collectibles derer es nicht zu viele aber auch nicht zu wenige gibt, der Wiederaufbau Roms, zahlreiche Gildenherausforderungen und die Ausbildung der namensgebenden Brüder (und Schwestern), ACB bieten auch abseits der Haupthandlung viel fürs Geld.
Und auch das zunächst nur sehr dezent erweitert wirkende Kampfsystem macht für sich genommen viel Spaß. Die Blitzattentat-Serien erlauben es mit ein wenig Geschick am Pad auch große Mengen problemlos und optisch ansprechend zu dezimieren. Schön und gut, leider entpuppt sich dieses System in gewisser Hinsicht auch als "Gamebreaker", denn das System relativiert viele Möglichkeiten des Spiels. Beispielsweise das Flüchten nach einem Attentat oder das lautlose vorgehen und verstecken. Wieso sollte ich eine langwierige Verfolgung in kauf nehmen wenn ich innerhalb einer halben Minute auch die 5-20 Angreifer problemlos meucheln kann ohne getroffen zu werden. Als Resultat habe ich mich im ganzen Spiel genau 2 mal irgendwo versteckt um Verfolger abzuschütteln. Und auch die Waffen sind in weiten Teilen nutzlos da es für eine Blitzattentat-Serie vollkommen egal ist wie stark oder schwach das entsprechende Mordwerkzeug ist. Wieso also überhaupt Geld in bessere Klingen investieren? Ein einziger Konter reicht schließlich zum einleiten der Kombo und danach ist alles weitere Formsache. In Folge dessen sind das Ballancing und auch die Pace des Spiels suboptimal WENN man sich früh mit dieser Technik auseinandersetzt und sie perfektioniert. Das man ACB auch anders erleben kann zeigen natürlich die Eindrücke von Bonsai.
Die Story und ihre Inszenierung haben mir persönlich sehr gut gefallen und lassen mich sehr gespannt auf die weitere Entwicklung der Serie blicken. Mir hat allen Verbesserungen und dem Kontent zum trotz der Vorgänger ebenfalls besser gefallen. Dennoch bleibt Assassins Creed Brotherhood ein grandioses Spiel.
Den MP habe ich mir übrigens bisher überhaupt nicht angeschaut und ehrlich gesagt auch kein großes Interesse dran sofern sich nicht ein paar meuchelwillige Blaster-User finden.
8.5/10
Lösungsbuch - Zum Schluss noch ein kleiner Kommentar zum Lösungsbuch unseres Fröschleins. Wie gewohnt sehr detailliert beschrieben so das tatsächlich auch Quereinsteiger und unbedarfte Naturen ihren Weg zum Ziel finden können. Für mich als erfahrener Spieler waren daher natürlich vergleichsweise viele redundante Informationen enthalten aber das kann man dem Buch kaum ankreiden. Die Querverweise mit entsprechenden Seitenzahlen für optionale Aufgaben waren ebenfalls sehr hilfreich. Wirkt insgesamt sehr Komplett und optisch sehr (!) ansprechend aufbereitet. Wenn man das Maximum aus dem Spiel rausholen will dann ist das Buch durchaus eine sehr lohnenswerte Investition.