Du liegst aber mit der Vermutung, daß es sich bei dieser Unterscheidung um eine Modeerscheinung handelt, vollkommen falsch.
Schon damals hat man Spiele wie Zork, Uninvited, Shadowgate, Maniac Mansion und so weiter in die Kategorie "Adventure" gesteckt, während Spiele wie die Ultima-Reihe, Bard's Tale, Phantasy Star und weiß der Geier in die Kategorie "Rollenspiele" bzw. "RPG" gehörten.
Die genannten Spiele unterscheiden sich in ziemlich vielen Punkten.
Zum Beispiel ist der Spielumfang bei den Rollenspielen um ein vielfaches größer. Hinzu kommt, daß man in Rollenspielen viel Zeit dafür aufwendet, um seine(n) Charakter(e) soweit voran zu bringen, daß er/sie auf Grund ihrer erlernten Fähigkeiten neue Aufgaben meistern, während man in Adventures fast ausschließlich mit gefundenen Gegenständen weiter kommt.
Der Charakter in einem Rollenspiel bekommt in den meisten Fällen eine wirkliche Persönlichkeit, sämtliche Merkmale sind aufgeführt und bei westlichen Rollenspielen oftmals auch frei wählbar - Rasse, Beruf, sämtliche Attribute, usw.
Der Charakter in einem Adventure, sofern es einen gibt, ist in der Regel einfach da - manchmal weiß man etwas über seine Vergangenheit und manchmal gibt es auch völlig profillose Protagonisten.
In Rollenspielen machen sich die Erschaffer die Mühe, die Welt, in der man sich befindet, möglichst "echt" wirken zu lassen - sie verleihen ihr Hintergrund, eine eigene Vergangenheit, viele "Statisten", sogenannte NPCs (Non-Player-Characters)...all diese Dinge fehlen oftmals in Adventures - dort wird eigentlich nur dafür gesorgt, daß der Spieler weiß, was gerade eben passiert ist und was daraufhin als nächstes passieren MUSS.
Ich hoffe, ich konnte einigermaßen verdeutlichen, daß es zwischen diesen Genres sehr wohl Unterschiede gibt.