Nach der erst vor wenigen Wochen veröffentlichten offiziellen Ankündigung wird sich Ghosthunter auf der diesjährigen Messe geister- und meisterhaft präsentieren. Das neueste Grossprojekt des Studio Cambridge von SCEE (wo in der Vergangenheit Erfolge wie die MediEvil-Reihe, C-12: Final Resistance und zuletzt Primal entwickelt wurden), ist einer der grössten europäischen Debüttitel auf der E3 2003. Höchste Zeit also, ein bisschen mehr über das Gruselspiel zu verraten.
Der Protagonist von Ghosthunter ist Lazarus Jones, ein idealistischer, junger Polizist. In seiner ersten Arbeitswoche findet er zusammen mit seiner Partnerin Anna Steele zufällig die Arbeitsstätte von Professor Peter Richmond, der in den siebziger Jahren im geheimen Forschungszentrum des US-Militärs die Existenz von Geistern entdeckte. Nachdem das ahnungslose Paar aus Versehen des Professors gesamte Sammlung an Geistern frei lässt, fängt sich Lazarus die Fähigkeit des zweiten Blicks ein, mit dem er übernatürliche Gestalten sehen kann, während seine Partnerin von einem bösen Wesen entführt wird. Nur zögerlich übernimmt der anfangs skeptische Lazarus die Rolle eines Geisterjägers, um Steele zu finden und die Geister wieder ins Lager des Professors zurückzuverbannen.
Das Labor des Professors (das sich in einer ungenutzten Schule befindet, die einige Jahre zuvor Schauplatz einer Reihe brutaler, ungelöster Mordfälle gewesen war) dient als zentrale Anlaufstelle, von der aus man zu den anderen Orten gelangen kann. Die Umgebungen, z. B. ein verlassenes Schiff, ein Sumpf, ein altes Gefängnis und ein Schrottplatz, ähneln in den Ausmassen denen von Primal, sind aber von der Aufmachung her wesentlich bedrückender. Lazarus' Arsenal umfasst zu Beginn herkömmliche Waffen der "echten" Welt, mit denen er Geister so weit schwächen kann, dass er sie einfängt. Im Verlauf der Geschichte kommt er jedoch in den Besitz mächtiger übernatürlicher Waffen und Gegenstände, beispielsweise "Ghost Lassoes" (Geister-Lassos), "Capture Grenades" (Fanggranaten) und "Spectral Goggles" (Spektralbrille), die mit dem Geist der gefangenen Wesen "betrieben" werden. Neben der Hauptaufgabe, die Geister wieder einzufangen, sind diverse weitere Aufgaben und Rätsel zu lösen, während sich Lazarus durch die düsteren Gegenden bewegt.
Ghosthunter klingt vielleicht ein bisschen wie ein normales Survival-Horror-Spiel, doch es löst sich immer wieder von den aus Alone in the Dark/Resident Evil/Silent Hill bekannten Schemata. So nutzt das Spiel eine verbesserte Version von Primals technisch beeindruckender 3D-Engine (und keine herkömmlichen, vorgerenderten Hintergründe), weshalb der Frust wegen fester Kamerawinkel gar nicht erst auftritt. Jeder, der sich schon einmal den Kopf von einem förmlich unsichtbaren (weil ausserhalb des Bildschirms befindlichen) Zombie abbeissen lassen musste, weiss, wovon wir reden. Man muss also nicht dauernd ins Blaue hinein schiessen, sondern Sie können die Kamera nach eigenem Belieben drehen, und Sie erhalten eine echte Ego-Perspektive. Ausserdem wird Lazarus auf Knopfdruck in eine
Zielstellung befördert, von der aus er seine Waffe bereit macht und Dauerfeuer abgibt (er muss sich also nicht links und rechts drehen). So wird das Herumbewegen einfacher, während Sie gleichzeitig Ihre Gegner mit Bleikugeln oder Plasma vollpumpen.
Und wenn wir schon beim Plasma sind, müssen wir auch die verblüffenden Spezialeffekte von Ghosthunter erwähnen, die wohl alles bisher für die PS2 Gesehene in den Schatten stellen werden. Studio Cambridge hat mit Primal schon bewiesen, wie gut es mit Polygonen umgehen kann, doch hier können Sie ein echtes Feuerwerk erwarten, das die Erscheinungen Ihrer ausserirdischen Gegner und deren späteres Ableben begleitet. Der auf der Messe gezeigte Programmcode soll zu etwa 75 Prozent fertig sein, und wir werden mit unserer Geisterjäger-Ausrüstung dort sein und ihn begutachten. Nähere Einzelheiten zu Ghosthunter erfahren Sie in den kommenden Wochen hier.