Ich bin sicher kein Moralapostel und habe mit Gewalt in Spielen eigentlich überhaupt kein Problem, bei WW2 Szenarien sollte man sich aber etwas zurückhalten. Hier gibts halt auch die Gefahr, alte Feindbilder weiter zu verstärken und es ist auch sehr respektlos gegenüber denen, die im 2. Weltkrieg tatsächlich sowas durchleben mussten.
Dagegen, das Leute sterben, sinnlos umgebracht und auch in Selbstmordmissionen geschickt werden habe ich garnichts, Kopfschüsse gehen auch noch in Ordnung, oder meinetwegen auch Granatenexplosionen mit den entsprechenden Konsequenzen, das zeigt ja auch die Sinnlosigkeit und das Grauen von Krieg auf. Aber warum sieht man z.B. explizite Folterszenen?
Gäbe es eine vernünftige Handlung und wären die Figuren mehr als nur Platzhalter, dann kann man meinetwegen auch weiter gehen was die Gewaltdarstellung angeht. Aber bei einem realen Szenario Gewalt nur einzusetzen, um zu schockieren oder ein cooles Feeling zu erstellen (Stichwort Rockmusik) geht imho zu weit. Anders gesagt: die Folterszene gleich zu Beginn von CoD 5 finde ich z.B. nicht in ordnung oder schon hart an der Grenze, hier soll ja einfach nur das Spiel mit einem spektakulären Moment gestarten werden. Käme man aber im Verlauf der Handlung z.B. an einem Lazarettlager vorbei und würde dort Kameraden sehen, die um ihr Leben kämpfen und verstümmelt sind, dann hätte ich damit kein (moralisches) Problem. Das sehe ich auch bei Filmen ähnlich, ernste Filmen dürfen gerne brutal sein, gehts aber nur um sinnlose Gewalt ohne Handlung ( Paradebeispiel aus meiner Sicht: Hostel) und nimmt der Film sich trotzdem ernst, dann ohne mich.
Außerdem habe ich ein echtes Problem mit der Darstellung der Nazis in WW2 Spielen. Hier sind sie quasi immer das absolut böse und Kriegsverbrechen werden auch nur von ihnen begangen. Sowas geht bei Spielen wie Wolfenstein (kein richtig ernstes Setting) natürlich in ordnung, wenn sich das Spiel aber so ernst nimmt, wie Call of Duty, dann finde ich das schon fast ne Frechheit.